Inhaltsverzeichnis
Das Jahr im Überblick
Klient_innen
Im Jahr 2025 haben wir insgesamt 2 421 Klient_innen begleitet, davon waren 1 275 Neumeldungen. In fast der Hälfte der Fälle handelte es sich um Alkohol- und zunehmend auch um Kokainkonsum.
16 % aller Klient_innen kamen wegen Verhaltensabhängigkeiten zu uns. 29 % unserer Klient_innen waren Angehörige. Bei den Selbstbetroffenen meldeten sich neu 630 Männer und 230 Frauen und eine diverse Person. Wir führten 118 Spielsperrenabklärungen für das Grand Casino Baden durch und gaben insgesamt 233-mal steriles Spritzenmaterial ab.
Innerhalb der mittlerweile etablierten Integrierten Suchtbehandlung Aargau (Beratungszentrum Bezirk Baden plus (nachfolgend BZBplus), Klinik im Hasel, Psychiatrische Dienste Aargau AG, Suchtberatung ags) befanden sich im Berichtsjahr 160 Klient_innen neu in gemeinsamer Behandlung.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) haben wir im August eine Wirkungsstudie gestartet. Suchtbetroffene Klient_innen und Angehörige wurden vor dem Erstgespräch zu den Themenbereichen psychische Gesundheit, soziale Situation und Konsumverhalten befragt. Sechs Monate später erfolgt die zweite Befragung. Wir erhoffen uns Aussagen darüber, wie sich die subjektive Lebensqualität und das Konsumverhalten nach einem halben Jahr verändert hat und welchen Beitrag die Suchtberatung ags dazu beitragen konnte. Gegen Ende 2026 erwarten wir die Ergebnisse.
Gruppen
Das Gruppenangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien wurde weiterhin sehr geschätzt. Der Kurs für Eltern mit einer eigenen Suchtthematik in Zusammenarbeit mit der Klinik im Hasel wurde im Berichtsjahr aufgrund zu geringer Anmeldezahlen nicht durchgeführt. Die zusammen mit der Suchtprävention Aargau organisierten Online-Workshopreihen «ElternAlltag» für Eltern mit übermässig gamenden Jugendlichen und Jugendlichen in der Krise wurden hingegen mehrfach nachgefragt.
Gruppen für direkt Betroffene in Lenzburg und Brugg und die Gesprächsgruppe Geldspielsucht in Aarau haben sich etabliert und werden laufend angeboten. Ebenfalls erfolgreich durchgeführt wurden die Kurse «Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention» und der «Jetzt-Ich»-Kurs für Angehörige.
Vernetzung und Kooperation
Die jährlich stattfindende Weiterbildung für Ärzt_innen und Apotheker_innen per Zoom widmete sich den aktuellen Herausforderungen der Suchtmedizin mit den Themen Pregabalin, synthetische Opioide und Kokain und erreichte über 130 Fachpersonen.
Die Diskussionen rund um die offenen Drogenszenen an verschiedenen Brennpunkten im Aargau wurden fortgeführt. Wir durften unser Fachwissen in die anstehende Gesetzesrevision, die kantonale Suchtstrategie sowie in das geplante Konzept der Schadensminderung einfliessen lassen. Gerne sind wir bereit, unsere Expertise weiterhin einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.
In diesem Zusammenhang nahm das Angebot «Intensives Case Management» im Jahr 2025 bereits Fahrt auf. Gemeinsam mit den Psychiatrischen Diensten Aargau und dem BZBplus beantragten wir erfolgreich beim Kanton Gelder für ein Pilotprojekt, das Anfang 2026 startet. Menschen mit einer chronifizierten Suchterkrankung und einer komplexen Lebenssituation sollen mit dem neuen Angebot von einer verbesserten, individuellen, aufsuchenden und dezentral organisierten Begleitung und Koordination profitieren. Ziele sind unter anderem eine verbesserte Lebensqualität der betroffenen Menschen und eine nachhaltige Entlastung des Hilfesystems.
Öffentlichkeitsarbeit
Unsere Fachtagung «Kinder aus suchtbelasteten Familien – Wir schauen hin» stiess auch dieses Jahr auf reges Interesse. Im Rahmen der «Aktionstage psychische Gesundheit» organisierten wir zusammen mit dem BZBplus, dem Ambulatorium der Klinik im Hasel, der Schuldenberatung Aargau – Solothurn und der Suchtprävention Aargau eine Veranstaltung zum Thema Geldspiel und Schulden. In den Medien und Regionalzeitungen publizierten wir verschiedene Artikel zu Dry January oder zum Aktionstag Alkoholprobleme. Weiterhin präsent waren wir in der Neuen Fricktaler Zeitung mit unserer Ratgeberkolumne. Der mit der Suchtprävention Aargau produzierte Podcast «SuchtTalk» kam im Berichtsjahr mit etwas mehr als 50 Folgen zu einem stimmigen Ende.
Mitarbeiter_innen
Zur Erweiterung unserer Kompetenzen führten wir eine interne Weiterbildung zum Thema «sexuelle Gesundheit» durch. Zudem absolvierten unsere Mitarbeiter_innen individuelle Fortbildungstage. Um die von unseren Fachpersonen Suchtberatung und Administration schon länger formulierten Belastungen besser verstehen und angehen zu können, führten wir die Job-Stress-Analyse der Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz» durch. Die anschliessenden Fokusgruppengespräche brachten wertvolle Erkenntnisse, die wir auf Führungsebene nun weiterverfolgen werden.
Zu guter Letzt verabschiedeten wir unseren langjährigen Kollegen Jürg Kehrli nach über 30 Jahren Tätigkeit bei der Suchthilfe ags in die wohlverdiente Pension. Als Bereichsleiter der Beratungsstandorte Brugg, Döttingen und Rheinfelden war er stets agil unterwegs und begleitete sein Team und die Klient_innen professionell mit seinem grossen Erfahrungsschatz. Er wird uns fehlen und wir wünschen ihm alles Gute und viel Gesundheit für seine nächste Lebensphase. Die entstandene Lücke durften wir mit einer versierten und erfahrenen Fachfrau füllen. Nicole Friedrich hat sowohl die Leitungsaufgaben wie auch die Beratungsarbeit engagiert in Angriff genommen und wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit.
Nicole Friedrich, Tanya Mezzera und Anna-Barbara Villiger Bereichsleiterinnen Suchtberatung ags
Finanzen
Betriebsrechnung
Ertrag
| Staatsbeitrag | 3 471 590.00 |
| Diverse Erträge | 85 602.92 |
| Rücklagen* | 23 466.56 |
| Total | 3 580 659.48 |
Aufwand
| Personalaufwand | 2 723 364.77 |
| Infrastruktur | 425 374.49 |
| Entrichtete Beiträge und Zuwendungen | 21 418.10 |
| Öffentlichkeitsarbeit | 17 209.82 |
| Übriger Aufwand | 393 292.30 |
| Total | 3 580 659.48 |
Kennzahlen
| Neumeldungen davon Angehörige | 1 275 414 |
| Klient_innen | 2 421 |
| Telefonische und elektronische Beratungen | 1 789 |
| Persönliche Beratungen davon aufsuchende Beratungen davon Mehrpersonenberatungen | 6 254 86 443 |
| SafeZone-Nachrichten | 268 |
| Abklärungen zuhanden Grand Casino Baden | 118 |
| Kontakte Spritzenabgabe | 233 |
| Abgegebene Nadeln | 16 200 |
| Schüler_inneninterviews | 17 |
Neumeldungen und Total Klient_innen 2021 – 2025
Suchtberatung ags

Klient_innen nach Suchtformen 2025
Suchtberatung ags

Unser Team und unsere Erreichbarkeit
Bereichsleitende: Nicole Friedrich, Tanya Mezzera, Anna-Barbara Villiger; Fachpersonen Administration/Sachbearbeitung: Claudia Arnold, Simone Baumann, Christina Biland, Esther Bürgi, Carola Ritz, Pia Rothen, Regula Wittwer Eliwa; Fachpersonen Beratung: Yasemin Aydin, Benito Basilicata, Petra Brand, Pascal Dürig, Lena Franzoni, Paul Hürst, Fabian Joehro, Tabea Kontny, Andrea Küng, Michael Marti, Hélène Neuhaus, Mirco Petrilli, Ruth Roscha, Andrea Schindelholz, Lisa Schmid, Christian Solèr, Ursina Steinmann, Andrea Stierli, Beat Wyss; Mitarbeiter in Ausbildung: Jan Anton; Fachpersonen Reinigung: Amélia Reis, Madeleine Rieder, Zeliha Torun, Laura Vranjes
Erreichbarkeit
Unsere aktuelle Erreichbarkeit finden Sie auf
www.suchtberatung-ags.ch/kontakt
Dank
Wir bedanken uns bei allen Spender_innen mit deren Hilfe wir Klient_innen in Not unbürokratisch weiterhelfen konnten. Danke auch allen Kooperationspartner_innen und Vernetzungspartner_innen für die gute und nutzenstiftende Zusammenarbeit.
Wir danken allen Mitarbeiter_innen, welche sich trotz hoher Belastung engagiert und professionell für unsere Klient_innen eingesetzt haben.